Ich unterbreche einmal kurz die kleine Serie über das Projektmanagement bei einer Dissertation und erläutere das Literaturverwaltungstool meiner Wahl: Zotero Es handelt sich bei Zotero um eine Erweiterung für den Internet-Browser Firefox.
Zunächst war ich ein wenig überrascht, als ich es die ersten Male ausprobierte. Mir war nicht klar, was eine Literaturverwaltung im Browser zu suchen hat. Welche Vorteile ich darin sehe, werde ich im Verlauf dieses Berichtes noch erläutern.
Für meine Examensarbeit, die ich auch schon mit LaTeX erstellte, habe ich das Programm Jabref genutzt, um meine Literatur und die dazugehörige *.bib Datei zu verwalten. Insgesamt gefiel mir die in Java geschriebene, damit auch auf allen Systemen lauffähige, Anwendung sehr gut. Das Verwalten der Einträge war intuitiv, es ließen sich ebenfalls Notizen und Dateianhänge verwalten. Auch das Einfügen der Einträge in das aktuelle Dokument war ein Kinderspiel. Was mir allerdings immer fehlte, war die automatische Übernahme von Zitaten aus Bibliothekskatalogen etc. Diese praktische Funktion kannte ich von Citavi, das leider nicht für Linux verfügbar ist und meines Wissens auch nicht besonders prächtig mit LaTeX zusammenarbeitet.
Aus diesem Grunde schaute ich mit Zotero nochmal genauer an und stellte fest, dass die Übernahme von Quellen aus den
Katalogen der Stabi (die das Tool auch empfiehlt), des GBV und anderen Bibliothekskatalogen (auch google scholar) wunderbar funktionierte. Es genügt in der Adressleiste des Browsers auf ein kleines Symbol zu klicken und die Daten werden in die Datenbank übernommen. Zwar ist dabei manchmal etwas Nacharbeit nötig, gerade bei der Stabi wird manchmal nicht sauber zwischen Herausgeber und Autor getrennt, aber es ist schon eine enorme Erleichterung. Vor allem geht auch kein Fund auf dem man bei der Recherche stößt verloren.
Innerhalb der Datenbank lassen sich die Titel nach unterschiedlichen Verfahren organisieren. Erstens in unterschiedliche „Sammlungen“, d.h. die Daten lassen sich in eine Ordnerstruktur einfügen. Zweitens (erkennbar unter den Sammlungen) lassen sich alle Einträge mit „Tags“ also Stichworten versehen. In der Mitte befindet sich ein Feld, in dem alle Titel der aktuellen Auswahl angezeigt werden und auf der rechten Seite lassen sich Details zu einzelnen Titeln anzeigen bzw. bearbeiten.
An den einzelnen Tabs kann man erkennen, dass sowohl Notitzen zu den einzelnen Einträgen verwaltet werden, als auch Anhänge. Das ist einer der Faktoren, der für mich bei Zotero besonders anspricht. Denn hier lassen sich Snapshots der aktuellen Seite anhängen, Word-Dateien usw. Das besondere dabei ist, dass angehängte pdf-Dokumente von zotero mit indiziert werden und somit auch durchsuchbar sind. Mittels des Tabs „zugehörig“ lassen sich Beziehungen der einzelnen Einträge untereinander abbilden.
Das Einfügen in gängige Textverarbeitungsprogramme wie Word oder OpenOffice ist mittels Plugins realisiert. Nur an den Zitierstilen muss noch etwas gefeilt werden. Für Leute die unter Linux mit LaTeX schreiben zeichnet sich nun auch eine Lösung zumindest für den Text-Editor gedit ab, auf die ich in Kürze noch näher eingehen werde.
In einer bereits downloadbaren Beta-Version ist auch das zentrale Verwalten der Einträge im Internet implementiert und funktioniert auch recht zuverlässig. Ich erledige das mal wieder, indem ich den Zotero Ordner in die Dropbox verschoben habe. Dies lässt sich im Einstellungsdialog tun.
Abschließend muss ich sagen, dass es wirklich ein sinnvolles Konzept ist die Literaturverwaltung in den Browser zu integrieren. Verläuft doch ein Großteil der Recherchearbeit online.
24. Februar 2009 um 22:04 |
Hallo Namensvetter
Zotero ist wirklich klasse und ich wüsste gar nicht mehr, was ich ohne dieses tolle Tool machen würde. Ich empfehle Zotero bei jeder passenden Gelegenheit. Danke für diesen Artikel, der noch etwas mehr in die Tiefe geht, als eine simple Empfehlung.
Schöne Grüße,
Christian