Sitzordnung

By Christian

Nachdem mir in einer Klasse das Gequatsche zuviel wurde, habe ich über eine neue Sitzordnung nachgedacht. Mir war schnell klar, dass die Schülerinnen und Schüler diese nur akzeptieren werden, wenn sie in irgendeiner Form bei der Erstellung der Sitzordnung beteiligt werden.

Da ich als Fachlehrer keinen Einfluss darauf habe, wie die Tische gestellt werden, muss ich mich damit abfinden, auch wenn ich gerne einmal die Klippert’sche Sitzordnung ausprobiert hätte, die mir wegen ihrer Flexibilität zusagt. So musste ich mich mit der klassischen U-Form mit einigen frontal ausgerichteten Tischen begnügen.

In einem ersten Schritt ließ ich die Schülerinnen und Schüler aufschreiben, neben wem sie besonders gut lernen könnten (die Formulierung neben wem sie gerne sitzen würden vermied ich extra). Hier kamen größtenteils sehr vernünftige Antworten heraus. Einige schrieben tatsächlich sie könnten alleine am besten lernen. Ein Problem war, dass einige vergaßen, ihren eigenen Namen auf die Zettel zu schrieben. Der Vorteil hieran war, dass ich so bereits funktionierende Teams nicht auseinanderreißen brauchte.

Zu Hause sortierte ich dann diese Wünsche danach, wen ich gerne vorne sitzen hätte, wer es hinten aushalten kann, wer so groß ist, dass er am besten am Rand aufgehoben ist etc. und erstellte hieraus eine Sitzordnung, die ich für alle kopierte.

In der nächsten Stunde konnte sich nun jeder orientieren, an welchem Platz er oder sie sitzt. Da man es nicht allen recht machen kann, konnten nun alle Unzufriedenen ihre Änderungswünsche auf dem Plan vermerken. Allerdings nur, wenn sie mir eine sinnvolle Begründung für den Änderungswunsch liefern konnten. Auf diese Weise bekam ich nur einen einzigen Änderungswunsch zurück.

Meiner Meinung hat das ganze einige Vorteile:

  1. Den Schülerwünschen kann im Wesentlichen entsprochen werden, ohne pädagogische Wünsche des Lehrers unberücksichtigt zu lassen.
  2. Die Schüler können sich (hoffentlich) mit dieser Sitzordnung identifizieren, weil sie sie ja mitbestimmt haben.
  3. Schließlich geht das Verfahren relativ schnell und durch die Mitbestimmung tatsächlich ohne (!) Diskussion vonstatten.

Beim Recherchieren was andere zu diesem Thema geschrieben haben, stieß ich auf den Sitzplan-Manager (via: The Digital Nomad), den ich allerdings noch nicht ausprobiert habe. Allerdings nehme ich an, dass das Zeichnen auf Papier fast schneller geht, als alle Werte einzugeben.

Wie haltet Ihr das mit der Sitzordnung? Auf Kommentare bin ich gespannt. Außerdem bin ich gespannt, ob und wie sich die Schülerinnen und Schüler in ihrem Feedback zur Sitzordnung äußern.

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4 Antworten zu „Sitzordnung“

  1. Felix sagt:

    Hallo,

    in der „Fundgrube für Klassenlehrer“ von S. Diepold wird das auch so ähnlich vorgeschlagen. Sie nennen es „Freundschaftsgruppe“. Haben wir bei uns in der Klasse ebenso durchgeführt. Der Schüler ist mündig genug, um das zu entscheiden.

    Und warum machst Du als Fachlehrer nicht deine eigene Sitzordnung? Kann man doch….
    oder habt ihr an der Schule das 45 Minuten Raster? Dann wird es echt knapp, wenn man vorher und nachher ~5 Min zum Umräumen einräumen muss.
    Wieder so eine Geschichte, die irgendwann mal eingeführt und von allen als genuin bezeichnet wird.

    Gruß,

    Felix

  2. espressodoppio sagt:

    Wir haben leider das 45 Minuten Raster. Und in Französisch habe ich zumindest in dieser Klasse noch nichtmal eine einzige Doppelstunde, sondern drei Einzelstunden. Nicht schön.

    Bei twitter las ich von 65 Minuten. Das finde ich schon einen guten Kompromiss.

  3. Sitzordnung at Bluemac sagt:

    [...] von chbeer wollte ich über die Wahl der Sitzornung bei uns berichten. Auch wenn ich lieber ein [...]

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